Herausforderungen

Viele Menschen sind zunächst erschrocken, wenn sie von einer Drillings- oder Vierlingsschwangerschaft oder sogar von Fünflingen erfahren. Man ahnt das erhöhte Risiko für Mutter und Kinder, macht sich Sorgen, steht Ängste aus. Auch aus dem Familien- und Freundeskreis kommt meist statt des üblichen „Herzlichen Glückwunsch“ eher ein „Herzliches Beileid“. Schon ein Baby allein kann ja eine Belastung sein, wie soll das erst mit dreien oder sogar mehreren gehen? Zunächst die gute Nachricht: Es geht!
Mietet man sich während des jährlichen Mitgliedertreffens des ABC-Clubs im Kolpinghaus Duderstadt ein, sieht man viele, viele Kinder aller Altersgruppen, die sich erstaunlich ähnlich sehen. Sie laufen herum und spielen, während die Eltern sich tatsächlich beim Kaffee oder abends beim Bierchen unterhalten und einen erstaunlich entspannten Eindruck machen bei all dem Trubel um sie herum.

Dennoch sind Mehrlinge für alle Beteiligten natürlich eine besondere Herausforderung.
Fast alle Babys kommen nach einer beschwerlichen Schwangerschaft vorzeitig durch Kaiserschnitt auf die Welt und müssen zunächst auf einer Intensivstation versorgt werden. Zwar wird durch den medizinischen Fortschritt die Versorgung von Frühgeborenen immer besser, aber auch bei liebevoller und fürsorglicher Pflege schaffen leider nicht immer alle Kinder den schweren Start ins Leben. Manche bleiben behindert.

Aber auch wenn die Kleinen gesund nach Hause kommen, beginnt für die Familien eine anstrengende Zeit: alle vier Stunden wollen die Kleinen am Anfang essen – die Zubereitung der Nahrung, das Füttern, Warten auf drei oder mehr „Bäuerchen“ und Windelwechseln dauert dabei leicht zwei Stunden oder mehr. Zwischendurch muss noch schnell eine Waschmaschine laufen. Manche Babys brauchen zusätzlich noch eine Bewegungstherapie, die zusätzlich Zeit in Anspruch nimmt. Nächtlichen Schlaf gibt es natürlich auch nur mit Unterbrechungen. Und drei schreiende Kinder auf einmal zu besänftigen, erfordert eben auch starke Nerven. Viele Mütter und Väter bemerken, wie nach einigen Monaten die Kräfte nachlassen.

Viele Fragen drängen auf eine Antwort, die oft sehr schwer zu finden ist:

Wie finanziert man eine Haushaltshilfe, die man anfangs unbedingt braucht? Wer vermietet eine größere Wohnung an Kinderreiche? Wie kann man für das ältere Geschwisterkind Zeit finden? Kann man öffentliche Verkehrsmittel mit einem Mehrlings- Kinderwagen nutzen? Wo gibt es einen Kuraufenthalt für Eltern mit vielen Kindern? Wie finanziert man ein größeres Fahrzeug? Wer kommt mit, wenn die Kinder zum Arzt müssen? Wo bekomme ich finanzielle Hilfe?

Und was ist in besonderen Situationen – wenn eins oder mehrere Kinder behindert sind? Oder gar vor oder nach der Geburt stirbt? Man allein mit der Situation klar kommen muss?

Auf all das möchten wir versuchen, auf diesen Seiten Antworten zu geben. Für ein Gespräch stehen unsere Regional- und Landesvertretungen zur Verfügung, die meist die Hilfsmöglichkeiten vor Ort kennen. Und auch für besonders schwierige Situationen – behinderte Kinder, Tod, allein Erziehende – gibt es Ansprechpartner im ABC-Club, die all das erlebt haben und Euch für Eure Fragen zur Verfügung stehen.

 

 

Impressionen der logistischen Herausforderung:

Kinderwagenlösungen:

Bollerwagenlösungen und Backfiet:

Weitere Impressionen: